Hohlstrahlrohre


 

Hohlstrahlrohre

Strahlrohre im allgemeinen dienen dazu das Löschwasser im freien Wurf abzugeben. Sie haben die Aufgabe dem Löschmittel eine zur Brandbekämpfung zweckdienliche Ausflussgeschwindigkeit, Form und Richtung zu geben.

Das Mehrzweckstrahlrohr nach DIN 14365 hat hierfür den Voll- und den Sprühstrahl. Der Vollstrahl wird verwendet, wenn hohe Wurfweiten oder eine größere Eindringtiefe erforderlich sind. Dieses wird durch einen möglichst langen in sich geschlossenen Strahl erzielt. Beim Sprühstrahl wird das Löschmittel fein verteilt. Die Wurfweite ist jedoch geringer. Durch die feine Versprühung wird die Oberfläche des Löschmittels vergrößert, wodurch eine bessere Kühlwirkung eintritt. Der Wasserschaden ist ebenfalls geringer, da das Löschwasser gezielter eingesetzt werden kann. Der Vollständigkeit halber wird hier noch das CMM-Strahlrohr erwähnt, welches eine sog. Mannschutzbrause besitzt. Hier wird ein Wasserschleier erzeugt, der zur Abschirmung der vorgehenden Kräfte dient.

Bei der Weiterentwicklung von Strahlrohren wird der Tröpfchengröße in zunehmendem Maße eine hohe Bedeutung zuteil. Da mit kleiner werdender Tröpfchengröße die Oberfläche des Löschwassers ansteigt, verbessert sich somit die Wärmeaufnahmefähigkeit und daraus resultierend auch die Löschwirkung. Um diesen Effekt zu erzielen, können sowohl Hochdruckstrahlrohre ( Pumpenausgangsdruck = 40 bar ) oder alternativ sogenannte Hohlstrahlrohre eingesetzt werden.

Bei den Hochdruckstrahlrohren wird durch den Arbeitsdruck von ca. 40 bar das Wasser fein zerstäubt, hierfür sind jedoch Hochdruckpumpen und hochdruckbeständige Schläuche erforderlich. Außerdem haben Hochdruckpumpen noch den Nachteil, dass bei 40 bar am Hochdruckteil mindestens 10 bar am Niederdruckteil anliegen, wodurch die Vornahme weiterer Rohre herkömmlicher Art erschwert wird.

Flexibler einzusetzen sind Hohlstrahlrohre, die aufgrund ihrer Konstruktion das Wasser fein vernebeln können ( Tröpfchengröße bis zu 0,3 mm ). Hierdurch wird die Löschleistung gesteigert und zusätzlich eine Brandrauchkühlung zur Flash-Over-Prävention ermöglicht. Ein C – Hohlstrahlrohr hat eine standardmäßige Durchflussmenge von 100 l/min., die jedoch durch weiteres Aufziehen des Schnellschlussorgans über einen leichten Widerstand bei Bedarf auf 300 l/min. erhöht werden kann. Hierdurch kann bei stark erhöhter Brandintensität eine im Vergleich zum herkömmlichen DIN C- Mehrzweckstrahlrohr wesentlich erhöhte Löschleistung erreicht werden. Durch das Schnellschlussorgan wird eine gezielte und somit sparsame Abgabe von Löschwasser ermöglicht. Die Integration eines Winkels direkt vor der C- Festkupplung des Strahlrohres bwirkt einen sog. „Stützkrümmer-Effekt“, hierdurch sind geringere Haltekräfte erforderlich. Aufgrund dieser Ableitung der Rückstosskräfte wird das Handling verbessert.