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10.03.2010 Seniorennachmittag
10.03.2010 Kreuzweg
12.03.2010 Großgemeindepokalschießen
19.03.2010 JHV Betreiberverein 20.00 Uhr
27.03.2010 Umwelttag in Pömbsen




Mariä Himmelfahrtkirche  

Außenansicht der Kirche

Die erste Kirche entstand im Jahre 1000.
Die jetzige Kirche ist der 3. Wiederaufbau. 1935 ist dieser Grundstein freigelegt worden. Zum ersten mal wurde im Sommer 1653 in die Kirche eingebrochen. Die Täter waren vermutlich holländische Soldaten. In der Nacht vom 18. / 19. November des selben Jahres wurde zum zweiten mal ein Einbruch verübt. Dabei wurden viele wertvolle Gegenstände entwendet, wovon die meisten bis zum heutigen Tage noch als vermißt gelten. 1971 - 1974 und 2002-2003 wurde die wurde die Pfarrkirche renoviert. Beim Einbau der Heizung fand man im Grundstein des Chores eine versilberte Bleiplatte mit Inschrift.
Früher gehörten zum Bezirk der Pfarrgemeinde Pömbsen noch Erwitzen, Emde, Bad Hermannsborn, Reelsen, Schönenberg und Merlsheim. Die Gemeinde Alhausen war mit einer von Pömbsen geleiteten Pfarrvikarstelle versehen. Bis tief ins 13. Jahrhundert, bis zur Stadterhebung, gehörte auch Nieheim zur Großpfarrei Pömbsen. 1324 wurde die Pfarrei Pömbsen mit dem Kloster Marienmünster zusammengeschlossen. Heute gehört Pömbsen zum Dekanat Höxter.
Bekannt geworden ist die Kirche und damit auch der Ort durch die Taufe der zwei bekannten Dichter Peter Hille und Friedrich Wilhelm Weber, welche auch nach ihrer Taufe noch oft im Dorf verweilten. Das Geburtshaus Hilles steht in Erwitzen, das von Weber steht in Alhausen. 1802 war eine große Feuersbrunst in Pömbsen. 60 Häuser brannten nieder. Auch das alte Pfarrhaus mit dem benachbarten Schul- und Küsterhaus vielen dem Brand zum Opfer. Hierbei sind viele alte, wertvolle Dokumente mit verbrannt. Das neue Pfarrhaus entstand auf den alten Fundamenten. Mit den Arbeiten wurde noch im gleichen Jahr begonnen. Das Kloster Marienmünster, dem auch Pömbsen damals als Pfarrdorf unterstand, begann mit den Aufbauarbeiten. Nach dem Plan der Mönche sollte der Neubau auch die Schul- und Küsterwohnung aufnehmen. Im Zuge der Säkularisation fiel die Fertigstellung des Pastorates dem preußischen Fiskus zu.
Auch die beiden Weltkriege hinterließen ihre Spuren. Zum einen brannte die Synagoge der jüdischen Gemeinde ab, zum anderen aber fanden viele Menschen den Tod in dieser Zeit.


Das Kirchspiel Pömbsen mit dem Pfarrort Pömbsen, Bad Hermannsborn auf Pömbsen'er Flur, Reelsen, Erpentrup-Langeland (seit 1982) und den bis 1982 zum Kirchspiel gehörenden Orten Alhausen, Schönenberg, Merlsheim, Erwitzen und Emde zählt zu den ältesten und urkundlich besten gesicherten Pfarreien im Urbistum Paderborn. Dr. Harald Kindl, Paderborn, glaubt an eine Gründung Pömbsen's als Bistumspfarrei im Jahr 875 unter Bischof Liuthard (862-887). Das Marienpatrozinium stammt von der Muttergemeinde St. Marien in Steinheim. Vorgeschichtliche und frühmittelalterliche Befestigungen (Hasenpforte) sind nachgewiesen. In der Vita Meinwerci wird Pömbsen erstmals in einer ständischen Aufzählung erwähnt (1015) und im Testament des Sel. Bischof Meinwerk angeführt (erste urkundliche Erwähnung). Bei der Einteilung des Urbistums in Archidiäkonate 1231 kam Pömbsen zum Archidiakonat Steinheim. Die 1299 von Pömbsen abgetrennte Pfarrei Nieheim kommt in der Aufzählung der dem Archidiakonat Steinheim zugewiesenen Pfarreien noch nicht vor. Wenn 1015 Pömbsen so erwähnt wird ,,quaedam ecclesia in oppido Pumissun", darf man wohl daraus schließen, daß der Ort im Huetigo nicht unbedeutend gewesen ist, was man sich auch unter der Bezeichnung ,oppidum' vorstellen mag. Driburg gehörte damals zum Nethegau.

Schreibweise: Der Ortsname änderte sich häufig. Bekannt sind die Bezeichnungen Pumessen, Pomessen, Pom- messen, Pomezen, Pomesen, Pomsen. Er bedeutet nach der Überlieferung ,Sohn des Pumi'. Es gibt auch die Meinung, der Name bedeute Pumihausen. Bei den älteren Einwohnern Pömbsens ist heute noch der Name Pümessen üblich. ,,Die graue Gottesburg" (Dr. A. Wibbelt) von Pömbsen auf einem Bergsporn in 300 m Höhe ist in den Jahren 1678 bis 1687 als ,ein kunstloser einschiffiger Bau' (Wilfried Hansmann) errichtet worden. Der Turmbau durch die beiden Tiroler Maurer Jürgen und Oswald Schwartz, die auch den Kirchturm in Sommersell gebaut haben, erfolgte erst 1718/19. ,,Die Bau- und Kunstdenkmäler von Westfalen, Kreis Höxter" (1914) berichten über die Pömbser Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt:


Kirchenschiff Kirche, katholisch, Renaissance, 17. u.18. Jahrh.; einschiffig, dreijochig, von 1687; Chor mir 3/10 Schluß, von 1678. Westturm von 1719. Sakristei an der Ostseite mit 318 Schluß. Strebepfeiler einfach. Kreuzgewölbe mit Graren, im Schiff auf Wand- und Eckpfeilern zwischen rundbogigen Quergurten, im Chor auf Konsolen. Fenster an der Ostseite der Sakristei rund. Eingänge an der Süd- und Westseite gerade geschlossen. In der örtlichen Überlieferung stellt die heutige Kirche den dritten Kirchenbau dar.

Kreuzgewölbe mit Graren, im Schiff auf Wand- und Eckpfeilern zwischen rundbogigen Quergurten, im Chor auf Konsolen. Fenster an der Ostseite der Sakristei rund. Eingänge an der Süd- und Westseite gerade geschlossen. In der örtlichen Überlieferung stellt die heutige Kirche den dritten Kirchenbau dar. Es liegt kein Grund vor, das zu bezweifeln. Ältester Teil ist das Chor, seinerzeit ,Non alters'. . So erklärte es die Urkunde im Grundstein, der am 2.4.1678 von Generalkommissar Laurennus v. Dript an einem Samstag gelegt worden ist. Der Grundstein ist 1935 an der Türschwelle zur Sakristei beim Bau einer Heizung tief im Boden gefunden worden.

Der barocke Hochaltar, von Holz, mit Säulenaufbau, ist eine Stiftung des Heinrich Diederich von Ketteler und seiner ersten Gemahlin Maria Theresia Helena von Droste zu Erwitte (15.8.1706) anfangs des 18. Jahrhunderts. Am Gebälk des Hochaltars sind an hervorragender Stelle die Wappen der Stifter angebracht worden und darüber sehen wir die Jahreszahl 1708. Im vorderen Wappen sehen wir in Silber eine rote Wolfsangel der Droste zu Erwitte, im hinteren Wappen in Gold die schräggestellte rote gezinnte Mauer der von Ketteler. Die Herren von Ketteler waren in den Jahren 1652 bis 1783 vom Paderborner Fürstbischof mit dem Gut in Merlsheim belehnt. Von sehr hoher Qualirät ist das Gemälde mit der Darstellung ,Mariä Himmelfahrt' in der Altarmitre, signiert mit den Buchstaben LC und der Jahreszahl 1771.

Die Statuen stellen unten links St. Luzia (Festtag 13. Dez., Patronin der Kirche in Merlsheim) und rechts St. Agatha (Festtag 5. Februar, Patronin der Kirche in Erwitzen) dar. Engel rahmen die beiden Wappen ein, ebenso umgeben Engel das Bild darüber, auf dem Gott Vater und Sohn, mit Kreuz in der Linken, die Krone bereithalten, für die Krönung der zum Himmel auffahrenden Gottesmutter Maria (unteres Bild). Über Vater und Sohn schwebt die Taube als Sinnbild des hl. Geistes. St. Josef mit dem Jesuskind an der Hand, links, und St. Antonius mit dem göttlichen Kind auf dem Arm, schließen die Reihe der Darstellungen über der Säulenebene ab. Gekrönt wird der Altar von der thronenden Gottesmutter. Auf ihrem rechten Knie liegt die Erdkugel, auf dem linken Knie hält sie das stehende Kind. Mutter und Kind tragen gemeinsam das Zepter.

Der Hochaltar ist von Statuen vom Herz Jesu und Herz Marien links bzw. rechts umgeben. An den Pfeilern der Nordwand erinnern vorne der hl. Virus (Festtag 15. Juni) an die Kirche in Alhausen und der hl. Nepomuk (Festtag 16. Mai) an die Filialkirche in Erpentrup/Langeland. An den Pfeilern der Südwand erscheint der hl. Liborius (Diözesanpatron) und der hl. Martin von Tour ( Festtag 11.11,, Patron der Kirche Reelsen).


Staue des Nationalheiligen Die Statue des Nationalheiligen von Böhmen ist vom Bildhauer Sepp Erhart, Unterammergau, 1991/92 in barockem Stil für unsere Pfarrkirche aus Holz geschnitzt worden. Der Ambo und der Volksaltar sind von A. Dilthey aus Aachen im Jahr 2003 entworfen worden. Der Kreuzweg fand nach 30-jähriger Abwesenheit erst im Zuge der Renovierung seinen Platz in der Kirche wieder. Der barocke Muttergottesaltar ist im Todesjahr von Pfarrer P. Petrus Rüting (aus Steinheim, 1740-1751) errichtet worden. Vom Altarbild blicken uns die Eltern Mariens, Joachim und Anna (Festtag 26. Juli) an und wir erfahren, wie deren Tochter Maria von ihrer Mutter im Lesen unterwiesen wird. Im kleineren Bild darüber überbringt der Erzengel Gabriel Maria die Frohe Botschaft. Neben den Säulen erkennen wir Statuen von Maria Magdalena (links) und dem Evangelisten Johannes (rechts). Am jetzigen (um 1880), in seinem Aufbau wenig befriedigenden Kreuzaltar hat eine Reihe von vorzüglichen Sandsteinreliefbildern wieder Verwendung gefunden, die einst zum Hochaltar der alten, 1687 abgerissenen Kirche gehört haben.
Sie stellen dar: Christus vor Pilatus, die Kreuzigung,Kreuzabnahme, Auferstehung, Auferstehung, die hl.Katharina, die hl. Agatha und zwei noch nicht näher festgestellte heilige Bischöfe.

Alt ist auch die Steinumrahmung des Auferstehungsreliefs, das den Altar bekrönt. Diese künstlerisch hochstehenden Bildwerke stammen aus dem Anfang des 17. Jh., das ist aus der Zeit vor dem 3ojährigen Kriege, von einem unbekannten Künstler, der zur Schule der Gröninger gehörte. Er stand nahe dem Meister des 1612 errichteten Hochaltars in Vörden als welchen der Verfasser dieses Aufsatzes Adam Stenelt aus Osnabrück festgestellt zu haben glaubt. Diese Reste eines ehemaligen Renaissance Hochaltars sind die einzigen Zeugen der früher in Pömbsen,, blühenden Verehrung des hl. Kreuzes (Dr. Christoph Völker). Im Tabernakel befindet sich eine Monstranz mit einer Kreuzpartikel. Die Monstranz mit der Kreuzreliquie wird bei der Karfreitagsliturgie den Gläubigen zur Verehrung gereicht und bei den heute noch üblichen Prozessionen in Pömbsen mitgeführt:Große Flurprozession an Christi Himmelfahrt, Prozession am Sonntag nach dem Fest Kreuzerhöhung (Festtag 14. September).
Um 1750 sind auch die barocke Kanzel und der barocke Taufbrunnen in die Kirche gelangt.
Altar

Die Barockorgel wird erstmals 1732 urkundlich erwähnt. Vorzüglich gestaltet sind die drei Renaissance-Engel auf dem Orgelprospekt. Unter der Orgelbühne ist ein Rest des Chorgestühls erhalten geblieben. Eine Eintragung in der Pfarrchronik berichtet 1954 über ,,ein großes Gemälde, das auch in den Hochaltar eingefügt werden kann, Crucifixus mit Maria und Johannes, wird von Josef Hunstiger, Paderborn, am 10. September geliefert. Es kostet 2000,-- DM, gestiftet von 2 Personen".
Es befindet sich hinter dem Hochaltar, und wird zwischen Aschermittwoch und Christi Himmelfahrt in den Hochaltar eingeführt.

Wenn Sie die Kirche verlassen, fällt Ihnen ein qualirärvolles Kreuz ins Auge, das von einem Freiherrn von Hövel gestiftet worden ist. Dessen Wappen können Sie am Fenster links im Altarraum sehen und auf der ,,Kläppchenbank" vorne auf der sogenannten ,,Männerseire". Sie wird noch heute für die Familie von und zur Mühlen aus Merlsheim freigehalten. Von der Firma Glasmalerei Peters, Paderborn, sind die Fenster der Pfarrkirche anfangs der 30er Jahre gestaltet worden. Jedes der acht Fenster zeigt das Bild eines Heiligen und eine ihm zugeordnete Seligpreisung. Sie sehen, beginnend im Altarraum folgend dem Lauf des Uhrzeigers:

Johannes Evangelist - selig, die Verfolgung leiden um der Gerechtigkeit willen
Franz von Sales - selig die Sanftmütigen
Franz von Assisi - selig die Armen im Geiste
Petrus - selig die Trauernden
Mathilde - selig die Friedfertigen
Elisabeth von Thüringen - selig die Barmherzigen
Agnes - selig die reinen Herzens sind
Augustinus - selig die hungern und dürsten nach Gerechtigkeit.


Fensterbild

Bemerkenswert ist das Fenster von 1681 in der Sakristei mir dem Wappen des Paderborner Generalvikars Laurentius von Dript, der den Grundstein der Kirche gelegt hat.

Erwähnenswert ist auch das um 1800 entstandene Fenster im Kirchturm mir der Darstellung Gottes im brennenden Dombusch und dem davor knienden Moses. Links vom Kircheneingang befindet sich der Grabstein des Pfarrers Gerhard Löddige, dem Friedrich Wilhelm Weber die Ballade "Der Handschuh" gewidmet hat. Auf der rechten Seite der Tür erinnert ein Grabstein an den Pömbsen'er Richter Hieronymus Klaes, der 1683 in den Akten des Generalvikariats in Paderborn erwähnt wird. Etwas weiter rechts schaut die Grabplatte des edlen und mannhaften Anton Elmarus Bosen, erschossen am 11. März 1622, von der Kirchenwand herab.
Dem in voller Ritterrüstung dargestellten entnahm Friedrich Wilhelm Weber den Vornamen für seinen ,,Dreizehnlindenhelden Elmar, Herr vom Habichtshofe". Auf dem stimmungsvollen Kirchhof begegnen wir noch einem hochstehenden Grabstein. Er ist der Mutter von Friedrich Wilhelm Weber gesetzt worden, der in der Pfarrkirche zu Pömbsen am 31. Dezember 1813 getauft worden ist.

Fensterbild

Banneux-Kapelle Die Banneux-Kapelle am Südrand des Kirchhofs ist am 1. Mai 1964 eingeweiht worden. Die Echtheit der Erscheinungen der ,Jungfrau der Armen" in Banneux, Belgien, hat die Kirche am 22 August 1949 anerkannt. Nach dem letzten Krieg ist die gesprungene ,Richterglocke' gegenüber vom Kirchturm aufgestellt worden. Außer Verzierungen sehen wir die Inschrift: in honorem dei tempore r.d.p.f. theodori eicktott a daudis brcon fusa sum anno 1658 adam serers und wineke bodekers templiers hening hustmans f. richter in pombsen menolph brenken richter in relesen jakob beuger richter in merlesen hans cravwinkel richter in eversen . jhs mra. Der Durchmesser der Glocke beträgt 0,96 m. Die Kluskapelle auf dem Klusberg in 350 m Höhe (einschiffig, geradegeschlossen, Dachreiter, Kreuzgewölbe mit Graten, Fenster rundbogig, Eingang an der Nordseite, gerade geschlossen) ist 1687 unter Pfarrer Christoph Cramer OSB, dem Erbauer der Pömbsener Pfarrkirche errichtet und der Muttergottes und dem hl. Johannes dem Täufer geweiht worden.

Zur Ausstattung der Kapelle gehört ein Altätchen, auf dem oben ein Kreuz von den Statuen der hl. Walburga und des hl. Johannes Nepomuk umgeben wird. Auf der rechten Innenseite befindet sich die überlebensgroße Figur des Gekreuzigten Herrn, bekannt als der ,Große Gott', die früher an der Südseite der Kapelle draußen angebracht war. Auf dem Altartisch liegt die Johannesschüssel. Das dreimalige Tragen der Schüssel um die Kapelle sollte vor Kopfweh schützen oder dasselbe heilen. Am 5. Juni 1905 schlug der Blitz in die Kapelle, zertrümmerte den Türbogen und schleuderte das Haupt von der Schüssel heraus. Die Spuren davon sind noch heute sichtbar. Nach dem Ereignis ließ Pfarrer W. Dick den 'Großen Gott' in die Kapelle bringen, um ihn vor schädlichen Witterungseinflüssen besser bewahren zu können. Eine Notiz ,,Aus dem Nethegau" sagt: Tausende frommer Pilger sind hinaufgewallfahrtet, um in den Leiden des Lebens Trost und Stärke bei dem kreuztragenden Christus zu finden und den Vorläufer des Herrn zum Fürsprecher zu haben. Ja, man hat noch gut gekannt jene Frau, die jeden Sonntag in frommet Demut barfuß hinaufpilgerte... Johannes Kapelle
Die Markuslinde am Weg nach Alhausen bildet den Ausgangspunkt des steinernen Kreuzwegs, der bergan zur Kluskapelle führt. Die vierzehn ursprünglichen Reliefs des Kreuzwegs von 1748 sind immer wieder erneuert worden. In einem Gedicht von Dr. A.Wibbelt heißt es:

Ein alter Kreuzweg führt nach oben,
Der schlicht die Leiden Christi malt,
Der Pilger ächzt, und steht er droben,
Hat er den Ablaß treu bezahlt.

Kreuztracht - Über 250-jährige Tradition der Kreuztracht in Pömbsen


Die Kreuztracht wurde in Pömbsen erstmalig 1754/55 urkundlich bezeugt.
Der Brauch war im 18. Jahrhundert nicht ungewöhnlich. Da Pömbsen Wallfahrtsort zum heiligen Kreuz ist, lag diese besondere Verehrung wohl nahe. Nach einer Unterbrechung im zweiten Weltkrieg wurde diese Tradition 1946 wieder aufgenommen.
Das heilige Spiel soll das Geschehen der Passion Jesu vertiefen und es den Gläubigen in besonderer Weise nahe bringen. Ein anonymer Kreuzträger, dessen Beweggründe unbekannt bleiben, trägt das Kreuz in der Prozession durch die Ortschaft. Begleitet wird er von drei schwarzgekleideten Frauen, die die Leidenssymbole die Geißel, das Schweißtuch der Veronika und einen Totenkopf mittragen. Simon von Cyrene unterstützt den Kreuzträger. Dieser Brauch der das Geschehen des Karfreitags anschaulich werden lässt, existiert im Erzbistum Paderborn noch in vier Orten.

Mit dem Auszug der Kreuzgruppe aus der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt beginnt die alljährliche Kreuztracht in unserem kleinen Bergdorf. Angeführt wird die Prozession von einem grossen Kreuz, dass die Leidenswerkzeuge ( Lanze , Essigschwamm, Geissel) und die Nägel, einen Hammer und eine Zange darstellt. Dem Vortragekreuz folgen die drei „frommen Frauen“, die als Leidenssymbole die Geißel, das Schweißtuch der Veronika und einen Totenkopf mittragen. Es schließt sich der Pastor, die Messdiener und der Diakon mit der Kreuzreliquie an. Den Abschluss der Kreuzgruppe bildet der anonyme Kreuträger, der von Simon von Cyrene unterstützt wird.

Anders als in anderen Ortschaften beten wir während der Kreuztracht nicht den Kreuzweg, sondern halten die Andacht zu den 7 Fussfällen. Jeder Fussfall endet nach einer kurzen Betrachtung mit dem Gesang einer Strophe des „ Pömbser Kreuztrachtliedes“.
Der 1. Fussfall steht im Zeichen:

Jesus trägt das Kreuz auf seinen Schultern.

   

2. Fussfall Jesus begegnet seiner Mutter

     

3. Fussfall Simonn von Cyrene hilft Jesus das Kreuz tragen

     

Zwischen den einzelnen Fussfällen wird der Rosenkranz gebetet. Die Prozession führt uns so zu 7 verschiedenen Stellen in unserem Dorf, die schon seit Jahrzehnten gleich sind.
Für die Herrichtung mit Strohbunden zeichnen sieben verschiedene Familien des Dorfes.

     

4. Fussfall Veronika reicht Jesus das Schweisstuch

   

Eine der „frommen Frauen“ zeigt der gläubigen Menge das Schweisstuch Jesu, dessen Antlitz dort zu sehen ist.

5. Fussfall Jesus fällt unter dem Kreuz

     


6. Fussfall Jesus begegnet den weinenden Frauen von Jerusalem

   

7. Fussfall Jesus wird seiner Kleider beraubt und ans Kreuz genagelt. Die Prozession nähert sich dem sogenannten Kalvarienberg.

     

Nachdem die Betrachtung der Station und die letzte Strophe des Kreuztrachtliedes verklungen ist, wird das schwere Holzkreuz (Gewicht: 27 kg) aufgerichtet.
Es erklingt unter dreimaliger Steigerung der Kreuzeshymnus:

„O crux ave spes unica, hoc passionis tempore auge piis justitiam reisque dona veniam.“

   

Die Kreuztracht schliesst in der Kirche mit der Schlussbetrachtung. Anschliessend ziehen die „frommen Frauen“, der Kreuzträger und Simon von Cyrene aus der Kirche aus.
Es folgt die Karfreitagsliturgie vom Leiden und Sterben Jesu.


Das Pömbser Kreuztrachtlied

Schaut Ihr Sünder Jesu Wunden, woraus fliesset frisches Blut.
Da er grausam hart gebunden, diesen Fall zur Erde tut.
Diesen Fall, die Angst der Seelen, hat Ihm Adams Fall gebracht.
Doch die Schmerzen die Ihn quälen, größer unsere Sünde macht.

Komm zum zweiten Niederfallen, Jesum unterm Kreuze steht!
Ach Maria Ihm vor allen ganz betrübt entgegen geht.
Durch so bittern Gang und Schmerzen, Sohn und Mutter uns verleih,
Wahre Reu` und Leid von Herzen, allen Sündenfall verzeih`.

Christi Ohnmacht zu beklagen, ach, ihr Sünder all`erscheint,
helft das Kreuz mit Simon tragen, Christi dritten Fall beweint!
Wirst das Kreuz, du Sünder, tragen, Jesum willig folgen nach:
Dich dann deines Feind`s anklagen, Schrecken wird an jenem Tag.

Mit Veronika entgegen, ihr Welt-Kinder gehet all!
Fällt nicht Jesus euretwegen unterm Kreuz zum viertenmal?
Jesu! Laß mich ohne Scheuen dir abtrocknen dein Gesicht.
Dass dies möge mich erfreuen, wenn erscheint das letzt` Gericht.

O, ihr Christen lasst bewegen euer ganz steinhartes Herz,
da sich Stein und Felsen regen, über Jesu Pein und Schmerz.
Durch den fünften Fall mir gebe, o mein Gott, das Himmelreich,
dass ich mit die ewig lebe, zu der Buß` mein Herz erweich`.

Ach, ihr Töchter Sions sehet, seufzet weinet allzumal:
Jesus fällt und ganz vergehet unterm Kreuz zum sechstenmal.
Ach, mein Jesus, laß geniessen mich nur ein Blutströpfelein,
wenn mein Leben wird ich schliessen in der letzten Todespein.

Sieben Fälle hast gesehen, die Gott litt, o, nur für dich!
Wie, du Sünder, kann´s geschehen, dass nicht weinest bitterlich?
Wenn du denkst, warum er leide, Gott, dein Gott, so grosse Pein?
Darum, dass du ewig Freude haben sollst und selig sein.









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